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Samstag, 25.05.2019

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(auch Gruppentickets)

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Karten können hier bis zu einer Stunde vor Führungsbeginn gekauft werden. Über den Kalender oben eine Führung aussuchen, Tickets auswählen, bezahlen, runterladen/ausdrucken.

oder

Kartenautomat vor dem Kunstbunker:
Obere Schmiedgasse 52, 90403 Nürnberg
Ticketkauf vor Ort möglich!

Karten für Schüler und Studenten gibt es ermäßigt.

Führungszeiten

Kasematten und Lochwasserleitung:
täglich um 15:15 Uhr
Fr., Sa., So. & Feiertage auch um 16:15 Uhr
Sa., So. & Feiertage auch um 11:15 Uhr

Historischer Kunstbunker:

täglich um 14:30 Uhr
Fr. & Sa. auch um 17:30 Uhr
Sa., So. & Feiertage auch um 11:30 Uhr

Ausnahmen: siehe Führungsbeschreibung

Eintrittspreise

Kasematten und Lochwasserleitung:
Erwachsene: € 8,-
ermäßigt: € 7,-
Kinder unter 3 Jahre in Begleitung eines Elternteils frei

Historischer Kunstbunker:
Erwachsene: € 7,-
ermäßigt: € 6,-
Kinder unter 7 Jahre in Begleitung eines Elternteils frei

kontakt

Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V.
Albrecht-Dürer-Straße 21
90403 Nürnberg

Telefon: +49 911 22 70 66
E-Mail: infoatfelsengaenge-nuernberg.de

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Ottokar und die kleinen Schlaumeier - Kaiserburg: Führung durch die Verteidigungsgänge

Gewandet in ein weißes Leinenhemd, mit Lederschürze und Schiebermütze steht er da, der Ottokar. Vor der kalten Mauer im Burggraben unterhalb des Tiergärtnertors an diesem sonnigen Dienstagmorgen. Er habe, so sagt er, als Steinmetzlehrling mit daran gearbeitet, die Verteidigungsmauer unterhalb der Kaiserburg zu errichten. Vor 450 Jahren. "Dann kannst du ja gar nicht mehr leben!" Die Kinder kichern, ihre beiden Erzieherinnen auch. Ottokar hält kurz inne. Ralf Arnold schmunzelt.

Arnold ist Ottokar – zumindest für die neue Kinderführung des Fördervereins Nürnberger Felsengänge durch die Kasematten. Während der gesamten Sommerferien können diese historischen Verteidigungsgänge im Innern der Festungsmauern erkundet werden. Aber Achtung: Socken und ein langärmliges Oberteil nicht vergessen. Nürnbergs Unterwelt ist kalt. Und dunkel ...

31 steile Steinstufen tiefer: Melanie Schneider legt ihre Jacke um ein blondes Mädchen. Und nimmt seine Hand.

"Ihr ist ein bisschen mulmig", sagt die Erzieherin leise. Umso lauter bringen die anderen 13 Kinder aus der Kindertagesstätte Kerschensteinerstraße 95 ihre Begeisterung zum Ausdruck. Sie sind zwischen sechs und acht Jahre alt und schwer beeindruckt: 213 000 Sandsteine wurden aus sieben verschiedenen Steinbrüchen hierher gekarrt, gut 150 bis 200 Kilogramm bringt so ein Block auf die Waage. Nein, Lastwagen gab’s noch keine. Auch keinen Kran. "Manchmal hatten die Menschen zu wenig zu essen, weil die Bauern mit ihren Ochsen- und Pferdegespannen fürs Heranschaffen der Steine eingespannt waren", erklärt Ottokar.

"Hallo, Herr Ottokar, warum sind denn manche Gänge verriegelt?", wollen die Kinder wissen. Ralf Arnold alias Ottokar schmunzelt wieder. Damit sich niemand verlaufen kann. Und damit sich niemand verdrücken kann, um heimlich in eine Ecke zu pieseln. Leider, leider: Mit Gefängnissen kann Ottokar hier unten nicht dienen. Die Antwort ist ein enttäuschtes "Ooohh". Dafür dürfen die Kinder gleich durch eine Schießscharte schauen. Und zum Schluss ihr selbst erfundenes Steinmetzzeichen in einen Stein ritzen.

Fünf Meter hoch sind die Kasematten, damit der Rauch, verursacht vom verschossenen Schwarzpulver, abziehen kann, ohne den Soldaten die Sicht zu nehmen. Festungsbaumeister Antonio Fazuni hat an alles gedacht. Nur nicht daran, nett zu den Handwerkern zu sein. "Der war ganz schön ekelig», sagt Ottokar. "Und hat nur rumgemault." – "Aber wie hat man es geschafft, die Festung fertigzubauen, wenn ihm niemand was recht machen konnte?" Wo sie recht haben, ...

So, ihr kleinen Schlaumeier, wie oft, glaubt ihr, wurde die Burg angegriffen? "3115 Mal!" – "Niemals!", kontert Ottokar. Und diesmal hat er recht. Die Festung ist so gewaltig und durchdacht, dass sich die Feinde nicht näher herangetraut haben. Dazu fällt dem kleinen Phillipp nur noch eins ein: "Die Nürnberger sind halt schlau."

Die Festungsführung findet montags bis freitags um 12 Uhr statt. Treffpunkt ist am Brauereiladen der Hausbrauerei Altstadthof, Bergstraße 19.

Mit freundlicher Genehmigung der Nürnberger Zeitung