Sie befinden sich hier: >> Presse >> 2009
Samstag, 25.05.2019

Termine

Karten kaufen
(auch Gruppentickets)

Online-Tickets

Tickets per Internet:
Karten können hier bis zu einer Stunde vor Führungsbeginn gekauft werden. Über den Kalender oben eine Führung aussuchen, Tickets auswählen, bezahlen, runterladen/ausdrucken.

oder

Kartenautomat vor dem Kunstbunker:
Obere Schmiedgasse 52, 90403 Nürnberg
Ticketkauf vor Ort möglich!

Karten für Schüler und Studenten gibt es ermäßigt.

Führungszeiten

Kasematten und Lochwasserleitung:
täglich um 15:15 Uhr
Fr., Sa., So. & Feiertage auch um 16:15 Uhr
Sa., So. & Feiertage auch um 11:15 Uhr

Historischer Kunstbunker:

täglich um 14:30 Uhr
Fr. & Sa. auch um 17:30 Uhr
Sa., So. & Feiertage auch um 11:30 Uhr

Ausnahmen: siehe Führungsbeschreibung

Eintrittspreise

Kasematten und Lochwasserleitung:
Erwachsene: € 8,-
ermäßigt: € 7,-
Kinder unter 3 Jahre in Begleitung eines Elternteils frei

Historischer Kunstbunker:
Erwachsene: € 7,-
ermäßigt: € 6,-
Kinder unter 7 Jahre in Begleitung eines Elternteils frei

kontakt

Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V.
Albrecht-Dürer-Straße 21
90403 Nürnberg

Telefon: +49 911 22 70 66
E-Mail: infoatfelsengaenge-nuernberg.de

Find us on facebook

Suche

Nürnberger Nachrichten Einstieg in eine bizarre Geisterwelt

Einstieg in eine bizarre Geisterwelt

Rundgang durch Bahnhofsbunker hinterlässt bei Besuchern gemischte Gefühle

VON HARTMUT VOIGT

Ansturm auf den Bunker: Gleich 679 Interessierte wollten am ersten Tag wissen, wie es in den Schutzräumen unterm Hauptbahnhof aussieht. Der Förderverein Nürnberger Felsengänge musste angesichts der Nachfrage Sonderführungen einschieben. Bis 6. Januar ist der etwas bizarre Rundgang durch eine Geisterwelt noch möglich.

Menschenmassen strömen täglich an Nürnbergs modernstem Atombunker vorbei, ohne von der Anlage zu wissen. Sie wollen zum Hauptbahnhof oder kommen eben von dort. Neben den Rolltreppen zur DB-Mittelhalle befindet sich in der Königstorpassage eine unscheinbare Eingangstür: Hier geht es hinein in ein riesiges Geflecht von Räumen, das bei Angriffen mit atomaren, biologischen oder chemischen Kampfstoffen Schutz bieten soll - aber höchstens 14 Tage, ein längerer Aufenthalt ist nicht geplant. Zwischen 1973 und 1977 wurde dieser Schutzschild in Beton gegossen, zu Zeiten, als man an eine akute Bedrohung aus dem Osten glaubte.

"Nach zwei Wochen ist eine atomare Verseuchung bestimmt nicht weg. Da wirkt es schon ein bisschen blauäugig, dass man spätestens nach 14 Tagen den Bunker wieder verlassen müsste", meint Besucherin Helene Dörfner beim Rundgang zwischen den Schlafpritschen. An einer großen, elektrischen Schalttafel mahnt Führerin Hannelore Bank: "Bitte betätigen Sie keine Knöpfe. Das kann zu empfindlichen Störungen führen."

Denn eigentlich soll die abgeschottete Welt mit Sandfilterkammer, Schlafräumen, Toiletten und Küche bis heute nutzbar sein - allerdings nur theoretisch. Es sind weder Schwebstoff-, noch Aktivkohlefilter montiert, weil sie auf längere Sicht zu rasch verschmutzen würden. Und ob der 190 PS-starke Dieselmotor für das Notstrom-Aggregat überhaupt noch anspringen würde, weiß man nicht. "Im vergangenen Jahr ging mit dem Stadtrechtsdirektor der oberste Katastrophenschützer der Stadt in Rente seither hat die Feuerwehr die Anlage übernommen", berichtet Franz Wolff vom Förderverein Nürnberger Felsengänge, der die Führung durch den Bahnhofsbunker anbietet. Doch weil die Brandbekämper nur 2000 Euro pro Jahr für die Schutzräume erhalten, könne man die Funktionsfähigkeit gar nicht testen. Es besteht Ratlosigkeit, wie man mit Nürnbergs Schutzräumen grundsätzlich umgehen soll: Kann man sie als Relikte des Kalten Krieges abschreiben oder muss man die Bunker mit großem finanziellen Einsatz erhalten?

Die Räume mit den übereinander angebrachten Schlafliegen und den originalen 70er Jahre Plastikstühlen in Orange hinterlassen einen tristen Eindruck. Fluoreszierende Farbstriche an den Wänden sollen auch im Dunkeln Orientierung bieten. Die Küche verfügt über zwei Klappen für Geschirr-und Essensausgabe, die Toiletten und Waschräume sind nach Geschlecht getrennt - wie im richtigen Leben. Und trotzdem wirkt die Anlage absolut unwirklich.

"Etwas beängstigend"

"Am Anfang dachte ich, dass man hier bestimmt sicher ist", erzählt Besucherin Susanne Bürkert aus Stein, die mit Ehemann und ihren zwei Kindern den Bahnhofsbunker inspiziert hat, "doch den Eindruck habe ich nach unserem Rundgang nicht mehr." "Es ist etwas bedrückend und beängstigend, wenn man sich vorstellt, dass man hier tatsächlich Zuflucht suchen müsste", so schildert Arthur Theiss seine Empfindungen, "ich bin froh, dass diese Anlage nie in Gebrauch genommen werden musste - und ich hoffe, dass es auch so bleibt."

Mit freundlicher Genehmigung der Nürnberger Nachrichten