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Mittwoch, 20.09.2017

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Online-Tickets

Zum Vorab-Kauf einer Karte per Internet benutzen sie bitte den obigen Kalender, um ihre Führung auszusuchen. Die Karten können bis zu einer Stunde vor Führungsbeginn bestellt werden.

 

Karten für Schüler und Studenten sind ermässigt.

Führungszeiten

Kasematten und Lochwasserleitung:
Mo - Fr: 15:15 Uhr
Sa: 11:15, 15:15, 16:15 Uhr
So + Feiertage: 11:15, 15:15, 16:15 Uhr

Historischer Kunstbunker:

täglich: 14:30 Uhr
Fr: zusätzlich 17:30 Uhr

Sa: 11:30, 14:30 + 17:30

So: 11:30 + 14:30

 

Ausnahmen: siehe Führungsbeschreibung

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Museumsreifer Bunker

Führung durch Atomschutzanlage für 2450 Personen

Eines der aus heutiger Sicht kuriosesten Relikte des Kalten Krieges kann zwischen 2. und 6. Januar besichtigt werden. An diesen Tagen gibt es Führungen durch Nürnbergs größten und einst modernsten Atombunker unter dem Hauptbahnhof.

Täglich hasten Tausende von Menschen an den unscheinbaren Türen vorbei, ohne zu ahnen, dass sich dahinter eine gespenstisch anmutende Unterwelt auftut. 2450 Menschen sollten in den Räumen dort einmal Schutz vor einem Atomschlag oder einem Angriff mit chemischen und biologischen Kampfmitteln finden, der aus dem Osten erwartet wurde. Heute ist die Anlage als eine Art Katastrophen-Museum in einem behördlich verordneten Dornröschenschlaf versunken. Niemand weiß so recht, ob sie jemals daraus wieder geweckt wird.

Der Förderverein Nürnberger Felsengänge führt Interessierte durch diese mit der Auflösung der Ost-West-Blöcke politisch untergegangene Bunkerwelt und ihre ausgetüftelte Technik. "Wir wollen dabei auch an den schweren Bombenangriff der Alliierten auf Nürnberg am 2. Januar 1945 erinnern", sagte Vorstandsmitglied Franz Wolff. Während der Führung werden unter anderem Fotos aus dieser Zeit gezeigt. Der Atombunker wurde zwar erst zwischen 1973 und 1977 gebaut, an derselben Stelle gab es zuvor aber einen alten Reichsbahnbunker, in dem vor 64 Jahren einige Hundert Nürnberger den Bombenhagel überlebten.

Heute werden in dem Schutzbau zwar noch die Medikamente erneuert, die Schutzsuchenden müssten aber hungern, weil die Lebensmittelvorräte nicht mehr erneuert werden. "Die Anlage kann ihren eigentlichen Zweck schon seit Jahren nicht mehr erfüllen", meinte Stefan Lauber, Leiter des Sachgebiets Bevölkerungsschutz bei der Feuerwehr. Ihr ist die Aufgabe Katastrophenschutz erst im Mai übertragen worden. Zuvor war das städtische Ordnungsamt zuständig. Der Bund stellt aber schon lange keine Mittel mehr für die Wartung der aufwendigen Lüftungssysteme oder des riesigen Dieselmotors zur Stromerzeugung zur Verfügung.

Mit freundlicher Genehmigung der Nürnberger Nachrichten