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Mittwoch, 20.09.2017

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Führungszeiten

Kasematten und Lochwasserleitung:
Mo - Fr: 15:15 Uhr
Sa: 11:15, 15:15, 16:15 Uhr
So + Feiertage: 11:15, 15:15, 16:15 Uhr

Historischer Kunstbunker:

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Fr: zusätzlich 17:30 Uhr

Sa: 11:30, 14:30 + 17:30

So: 11:30 + 14:30

 

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Kalter Schweiß im Untergrund

Filmfirma Paramount bot zum Start von "Indiana Jones" ein Nürnberg-Abenteuer

VON KLAUS SCHRÄGE

Das Aufsehen war beachtlich: Etwa 50 Personen mit dunklen, breitkrempigen Hüten bewegten sich vor den Augen staunender Passanten im Gänsemarsch vom Albrecht-Dürer-Platz zur Insel Schutt. "Indiana Jones", die Aufschrift ihrer Taschen, verriet den Anlass. Es ging um den neuen Abenteuerfilm, in den die Branche ganz große Erwartungen setzt.

So wie der Filmheld die Welt vor der Herrschaft schlimmer Bösewichte bewahren muss, hat auch Andreas Kelz einen klaren Auftrag. Der gebürtige Nürnberger, Vizepräsident und Managing-Director der Produktionsfirma "Paramount Pictures" für den deutschsprachigen Raum, soll dafür sorgen, dass mindestens vier Millionen Kinobesucher "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" sehen. Entsprechend groß soll anschließend die Nachfrage nach DVDs für das Heimkino sein.

Begeisterung will stimuliert sein, also machte Marketing-Chef Stefan Mesner den Geldbeutel weit auf, und ließ vorrangig für Geschäftspartner aus dem Handel einen spektakulären Nürnberg-Ausflug organisieren. Alle Teilnehmer(innen) wurden zu russischen Agenten - im Film die Gegenspieler des wagemutigen Professors - ernannt und zum Flugplatz Oberschleißheim bei München bestellt.

Dort warteten drei der fünf noch fliegenden Exemplare des Typs Junkers Ju 52. "Keine Angst, das ist das sicherste Flugzeug der Welt", beruhigte der Chef der Züricher Oldtimer-Fluglinie "Ju-Air", Kurt Waldmeier, seine Passagiere. "Tante Ju", wie die in den 30er Jahren gebaute Maschine im Volksmund heißt, könne nämlich segeln, also auch ohne Motor fliegen.

Im Formationsflug ging es in geringer Höhe in Richtung Noris. Ein großartiges Erlebnis - sofern man die Enge, den Lärm und die vom Motor erzeugten Vibrationen vom Magen her vertrug. Für nicht nur einen Teilnehmer, war bald klar, dass Spion für sie keine berufliche Alternative ist. Kalter Schweiß auf der Stirn, Übelkeit und Brechreiz begleiteten den Flug, der allerdings großartig endete. Bei der Landung in Nürnberg begrüßte ein beachtlicher Teil des Bodenpersonal die historischen Vögel mit Fotoapparaten und Kameras.

Verfolgungsjagden in dunklen Höhlen sind in Indiana-Jones-Filmen ein Muss. Also schickte Paramount seine Geschäftspartner in Nürnbergs Untergrund. In den Felsengängen wurde die Jagd nach dem Kristallschädel inszeniert. Mutmaßliche russische Offiziere führten drei Gruppen durch mit künstlichem Nebel gruselig verdüsterte Korridore. Dort kämpfte schließlich der Abenteurer gegen einen Soldaten - und gewann.

Am Albrecht-Dürer-Denkmal folgte der touristische Teil. Die aus dem gesamten deutschsprachigen Raum angereisten Gäste wurden über die Geschichte der Felsengänge informiert. Der Besuch einer Vorstellung des neuen Films im Cinecittä folgte als weiterer Höhepunkt. Und dabei hatten Spione keine Chance: Eine Sicherheitsschleuse, wie man sie sonst von Flughäfen kennt, verhinderte, dass Kameras eingeschmuggelt wurden. Zum Finale ging es zuerst zu Perlhuhn, Suppe, Spargel mit Schweinefilet und Dessertbüffet auf die Kaiserburg, auf ausdauernde Gäste wartete die "Coyote Bar".

Ob die Werbe-Bemühungen fruchten, entscheidet letztlich das Publikum. Neue auffällig gekleidete Gruppen könnte die Altstadt aber erleben. Gerhard Raible aus Isernhagen bei Hannover, dessen Firma "Trekworld Marketing" die Tour arrangiert hatte, war nämlich von Nürnberg richtig begeistert: "Ich wusste nicht, dass das so eine tolle Stadt ist."

Mit freundlicher Genehmigung der Nürnberger Nachrichten