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Mittwoch, 19.06.2019

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(auch Gruppentickets)

Online-Tickets

Tickets per Internet:
Karten können hier bis zu einer Stunde vor Führungsbeginn gekauft werden. Über den Kalender oben eine Führung aussuchen, Tickets auswählen, bezahlen, runterladen/ausdrucken.

oder

Kartenautomat vor dem Kunstbunker:
Obere Schmiedgasse 52, 90403 Nürnberg
Ticketkauf vor Ort möglich!

Karten für Schüler und Studenten gibt es ermäßigt.

Führungszeiten

Kasematten und Lochwasserleitung:
täglich um 15:15 Uhr
Fr., Sa., So. & Feiertage auch um 16:15 Uhr
Sa., So. & Feiertage auch um 11:15 Uhr

Historischer Kunstbunker:

täglich um 14:30 Uhr
Fr. & Sa. auch um 17:30 Uhr
Sa., So. & Feiertage auch um 11:30 Uhr

Ausnahmen: siehe Führungsbeschreibung

Eintrittspreise

Kasematten und Lochwasserleitung:
Erwachsene: € 8,-
ermäßigt: € 7,-
Kinder unter 3 Jahre in Begleitung eines Elternteils frei

Historischer Kunstbunker:
Erwachsene: € 7,-
ermäßigt: € 6,-
Kinder unter 7 Jahre in Begleitung eines Elternteils frei

kontakt

Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V.
Albrecht-Dürer-Straße 21
90403 Nürnberg

Telefon: +49 911 22 70 66
E-Mail: infoatfelsengaenge-nuernberg.de

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Exkursion in unbekannte UnterweltExkursion in unbekannte Unterwelt

Verein führt durch Paniersbunker — Gerücht um „Leichenkeller" — Erste Unterkunft

Für sieben Tage können Besucher einen seit 60 Jahren für sie gesperrten Teil der Nürnberger Unterwelt besichtigen. Der Förderverein Nürnberger Felsengänge führt vom 2. bis 8. Januar 2006 durch den östlichen Abschnitt des Paniersbunkers. Anlass ist das Gedenken an die Luftangriffe auf Nürnberg am 2. Januar 1945. Anfang dieses Jahres sahen 5300 Gäste bereits den westlichen Teil der Anlage.

"Vor 60 Jahren", so erinnert Franz Wolff, "feierten die Nürnberger das erste friedliche Neujahr nach Ende des 2. Weltkriegs. Zwischen Trümmern." Nach dem vernichtenden Luftangriff in den Abendstunden des 2. Januars 1945 habe fast die ganze Altstadt in Schutt und Asche gelegen. Von 125 000 Wohnungen seien 60 000 völlig zerstört gewesen und 61000 mittel bis schwer beschädigt.

Also kehrten viele Bürger dorthin zurück, wo sie schon viele bange Stunden zuvor in den Kriegsjahren verbracht hatten: in die Bunkergänge. Die Paniersanlage galt als bevorzugter Fluchtort. "Zeltner- und Weberskeller hatten Strom, Wasser und konnten beheizt wie belüftet werden", erklärt der Vorsitzende des Fördervereins Felsenkeller.

60 Jahre lang war der östliche Teil der weitläufigen Bunkeranlage für die Öffentlichkeit tabu. Lediglich vereinzelte Führungen gab es bisher. Doch nach dem großen Erfolg zu Beginn dieses Jahres im westlichen Abschnitt führt der Verein nun Anfang 2006 durch den gut erschlossenen Teil im Osten.

"25 000 Quadratmeter Raum bietet das Gänge- und Raumsystem unter der Erde", erklärt der Vereinschef. Bis zu 20 000 Menschen fanden unter den dicken, schützenden Gesteinsschichten Platz, wenn oben die alliierten Bomber ihre tödliche Fracht abluden. Zeitzeugen leben noch. Auch diesmal rechnet Wolff wieder mit zahlreichen älteren Besuchern bei den rund einstündigen Rundgängen, die dann in dem einen oder anderen Raum auch berichten werden, was sie damals dort erlebt und durchgemacht haben. Dies macht es auch und gerade für jüngere Menschen interessant, an den Führungen teilzunehmen. Eine Geschichtsstunde einmal anders.

Der Rundgang beginnt im Schulkeller unter der Grundschule Paniersplatz. Hierher wurden im Krieg die Kinder der umliegenden Schulen evakuiert. Später teilten sich die Mädchen und Jungen die Räume mit Kunstgegenständen, etwa den Gipsabdrücken der Figuren des Schönen Brunnens. Zum Schluss der Führungen kommen die Gruppen auch durch die einst abgeriegelte Kunstbergungsanlage im Paniersbunker, wo viele Kunstgegenstände bewahrt wurden.

Zwischen diesen Stationen liegen der Tucherstollen, der Stahlkeller, der Zeltnerkeller und der Weberskeller. Seit dem 14. Jahrhundert trieben die Menschen Stollen und Keller in die Nürnberger Felsen. Lange Jahrhunderte dienten sie vor allem der kühlen Lagerung von Bierfässern. "Es herrscht eine gleichbleibende Temperatur hier unten von acht bis zehn Grad", sagt Franz Wolff. Die letzten Schächte wurden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert angelegt.

500 Meter davon zeigen die Mitglieder des Vereins bei ihrer Tour. Den Tucher-Stollen (oder auch -Kanal) ließ die Brauerei 1870 anlegen, weil zu viel Wasser das Bier und damit den Erlös gefährdete. Dieser Stollen war im 2. Weltkrieg Teil eines Rettungswegs bei Großbränden. Ein miteinander verbundenes Stollensystem führte unterirdisch bis zur Wöhrder Wiese. Doch der befürchtete Flächenbrand in der Altstadt blieb Gott sei Dank aus.

Was nicht ausblieb, waren in der unmittelbaren Nachkriegszeit etliche Gerüchte. Etwa über den "Leichenkeller". Wolff berichtet, dass ein Arbeiter unerlaubt in den Bunker-Raum des Staatsarchivs geblickt hatte. Er sah verkohlte Körper in Regalen liegen. Wie ein Lauffeuer sprach sich das Gerücht herum. Doch der Mann hatte im Halbdunkel nicht erkannt, dass es sich um brandgeschwärzte Kunstfiguren handelte, die hier Schutz fanden vor den Bomben.

Viele bewegende Geschichten haben Franz Wolff und die anderen Mitglieder zu erzählen. Etwa über die rätselhaften Verstecke der Reichskleinodien oder die einzigen Toten im Bunker nach einem Bombenangriff

Mit freundlicher Genehmigung der Nürnberger Nachrichten